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Einkauf in die Pensionskasse: Wie Ärztinnen und Ärzte Steuern sparen

Pensionskassenvergleich - Medpension

Freiwillige Einkäufe in die Pensionskasse können die Steuerbelastung auf das Einkommen deutlich senken. Für Praxisinhaberinnen und Praxisärzte ist eine gestaffelte Einkaufsplanung über mehrere Jahre prüfenswert.

 

Ein freiwilliger Einkauf in die Pensionskasse schliesst Vorsorgelücken und erhöht das Altersguthaben in der 2. Säule der Altersvorsorge. Je nach Pensionskasse liegt die Verzinsung des zusätzlichen Kapitals zudem über jener klassischer Bankkonten oder verzinster 3a-Lösungen. Dadurch steigen auch die möglichen Altersleistungen. Besonders interessant: Mit einem Einkauf in die Pensionskasse können Ärztinnen und Ärzte einen erheblichen Anteil an Steuern sparen, denn der Einkaufsbetrag lässt sich im Jahr der Einzahlung vom steuerbaren Einkommen abziehen. Dabei wirkt sich der Effekt der Steuerprogression aus: Je höher das steuerbare Einkommen, desto deutlicher der Steuervorteil eines Einkaufs.

 

Wie senkt ein Einkauf in die Pensionskasse die Steuern?

Ein freiwilliger Einkauf ist eine zusätzliche Einzahlung in die berufliche Vorsorge (2. Säule). Die steuerliche Auswirkung folgt einem einfachen Prinzip: Der anerkannte Einkaufsbetrag reduziert das steuerbare Einkommen im Jahr der Einzahlung in gleicher Höhe.

Beispiel:

Bei einem Einkauf von CHF 30'000 sinkt das steuerbare Einkommen um diese CHF 30'000. Wie hoch die effektive Steuerersparnis ausfällt, hängt unter anderem vom Wohnkanton, der Wohngemeinde, dem steuerbaren Einkommen, dem Zivilstand und weiteren Abzügen ab.

 

3 Schlüsselfragen vor dem Einkauf in die 2. Säule

Für selbständigerwerbende Ärztinnen und Praxisinhaber mit entsprechendem Einkaufspotenzial eröffnet sich damit eine Verbindung zwischen Vorsorgeplanung und Steuerplanung. Die höchstmögliche Einkaufssumme muss dabei nicht automatisch die sinnvollste Lösung sein. Bei grösseren Vorsorgelücken lohnt sich häufig eine Verteilung auf mehrere Steuerjahre. 
Vor einem Einkauf sind daher drei Fragen besonders relevant: 

  • Wie hoch ist das vorhandene Einkaufspotenzial?

  • In welchen Jahren ist das steuerbare Einkommen voraussichtlich besonders hoch?

  • Ist innerhalb der nächsten drei Jahre ein Kapitalbezug aus der Pensionskasse vorgesehen?

 

Einkaufspotenzial: Wie hoch darf die Einkaufssumme in die Pensionskasse sein?

Versicherte können nicht beliebig viel in die Pensionskasse einzahlen. Die maximale Einkaufssumme richtet sich nach dem Vorsorgereglement der Pensionskasse und der persönlichen Vorsorgelücke. Sie entspricht im Wesentlichen der Differenz zwischen dem vorhandenen Altersguthaben und jenem Altersguthaben, das nach dem Vorsorgereglement zum aktuellen Zeitpunkt maximal vorhanden sein könnte.

So entstehen Vorsorgelücken bei Ärztinnen und Ärzten in medizinischen Praxen 

Berufliche Vorsorgelücken entstehen bei Praxisärztinnen und -ärzten häufig: Lange Ausbildungszeiten, Jahre mit geringerem Einkommen, Stellenwechsel, Auslandaufenthalte, Teilzeitarbeit, eine Scheidung oder der spätere Anschluss an eine Pensionskasse können das angesparte Altersguthaben beeinflussen.

Auch ein über die Zeit steigendes Einkommen kann zur Vorsorgelücke beitragen und neues Einkaufspotenzial schaffen.

Dabei ist die gesetzliche Vorgabe zu beachten, dass Versicherte frühere Vorbezüge im Rahmen der Wohneigentumsförderung (WEF) grundsätzlich zuerst zurückzahlen müssen, bevor sie einen steuerwirksamen freiwilligen Einkauf tätigen können.

Vor einer Steuerplanung sollte die versicherte Person deshalb eine aktuelle Einkaufsberechnung bei ihrer Pensionskasse anfordern. Ein älterer Versicherungsausweis eignet sich nur eingeschränkt als Grundlage, weil sich Lohn, Vorsorgeguthaben, Freizügigkeitsleistungen, WEF-Vorbezüge oder der Vorsorgeplan inzwischen verändert haben können.

 

Wann ist der Steuervorteil eines Pensionskasseneinkaufs besonders hoch?

Die Einkommensbesteuerung in der Schweiz folgt einer Progression. Dadurch nimmt mit steigendem steuerbarem Einkommen die prozentuale Belastung zusätzlicher Einkommensanteile zu. Entsprechend fällt die Wirkung eines Abzugs bei höherem Einkommen stärker aus.

Beispiel:

Für eine Praxisinhaberin mit gutem Geschäftsjahr kann ein Pensionskasseneinkauf interessanter sein als in einem Jahr mit tiefem Einkommen. Dasselbe gilt für angestellte Ärztinnen und Ärzte in Arztpraxen, deren Einkommen beispielsweise durch einen Karriereschritt, zusätzliche Dienste oder eine höhere Führungsverantwortung steigt.

Dennoch sollte ein Einkauf nicht allein aufgrund der unmittelbaren Steuerersparnis erfolgen: Die persönliche Liquiditätsplanung, die Qualität der Pensionskasse und die Attraktivität der Verzinsung gehören ebenfalls in die Beurteilung.

 

Warum kann eine Staffelung des Einkaufs zu einer höheren Steuerersparnis führen?

Bei einer grossen Vorsorgelücke besteht die Möglichkeit, den verfügbaren Betrag auf mehrere Kalenderjahre aufzuteilen. Diese Staffelung kann den steuerlichen Nutzen erhöhen. Der Grund liegt auch hier in der Steuerprogression. So reduziert ein grosser Einkaufsbetrag das steuerbare Einkommen in einem einzigen Jahr stark. Ein Teil des Abzugs wirkt dann jedoch unter Umständen in den tieferen Progressionsstufen des Einkommens.

Verteilt eine Ärztin hingegen mehrere kleinere Einkäufe auf verschiedene Jahre und bleibt das Einkommen in diesen Jahren hoch, reduziert jeder Einkauf in den folgenden Jahren erneut einen Teil des höher besteuerten Einkommens. Dadurch kann die gesamte Steuerersparnis höher ausfallen als bei einem einmaligen grösseren Einkauf.

Beispiel:

Das folgende vereinfachte Beispiel zeigt, wie sich die Staffelung auf das steuerbare Jahreseinkommen auswirkt. Es enthält bewusst keine Angaben zur effektiven Steuerersparnis, weil die konkrete Steuerbelastung in der Schweiz vom Wohnort und von der persönlichen Situation abhängt.

Einmaliger und gestaffelter Einkauf in die 2. Säule: Auswirkungen auf das steuerbare Jahreseinkommen

Bei konstant hohem Einkommen kann die gestaffelte Variante steuerlich attraktiver ausfallen, weil der Abzug in drei verschiedenen Steuerperioden gegen ein hohes Einkommen wirkt.

Was spricht für einen gestaffelten Einkauf in die 2. Säule?



Ein gestaffelter Einkauf in die Pensionskasse ist unter folgenden Umständen sinnvoll:




  • Das Einkommen bleibt auch in den kommenden Jahren auf einem hohen Niveau.
  • Die Pensionierung liegt noch mehrere Jahre in der Zukunft.
  • Es stehen keine Kapitalbezüge innerhalb der relevanten Sperrfrist an.
  • Die notwendige private Liquidität bleibt auch nach den einzelnen Einkäufen verfügbar.
 

Eine grosse Einmaleinzahlung anstelle einer Staffelung kann trotzdem sinnvoll sein, etwa bei einem aussergewöhnlich hohen Einkommen in einem einzelnen Jahr oder wenn in späteren Jahren eine deutliche Einkommensreduktion geplant ist.

 

Sperrfrist beachten: Ist bald ein Kapitalbezug aus der Pensionskasse geplant?

Zu beachten ist die gesetzliche Sperrfrist beim Kapitalbezug nach einem Einkauf in die Pensionskasse. Sie schreibt vor, dass Versicherte das mit dem Einkauf zusätzlich aufgebaute Vorsorgeguthaben während drei Jahren nicht in Kapitalform beziehen dürfen.

Für die Steuerplanung ist diese Regel besonders relevant, wenn eine versicherte Person bei der Pensionierung einen vollständigen oder teilweisen Kapitalbezug plant. Auch ein Vorbezug für selbstbewohntes Wohneigentum gilt in diesem Zusammenhang als Kapitalbezug.

Beispiel:

Eine Ärztin plant ihre Pensionierung auf Ende 2029 und möchte einen Teil ihres Pensionskassenguthabens als Kapital beziehen. Tätigt sie im Jahr 2028 noch einen freiwilligen Einkauf, liegt zwischen Einkauf und Kapitalbezug weniger als die vorgeschriebene Dreijahresfrist. Wer bei der Pensionierung einen Kapitalbezug plant, sollte mögliche Einkäufe deshalb frühzeitig und mindestens drei Jahre vor dem vorgesehenen Bezug einplanen.

 

Pensionskasseneinkauf oder Säule 3a: Wo liegt der Unterschied?

Auch Einzahlungen in die private Vorsorge im Rahmen der Säule 3a lassen sich vom steuerbaren Einkommen abziehen. Für Personen mit Anschluss an eine Pensionskasse ist die jährliche Einzahlung jedoch gesetzlich auf CHF 7'258 begrenzt (Stand 2026). Bei einem Einkauf in die Pensionskasse richtet sich die mögliche Einzahlung nach dem persönlichen Einkaufspotenzial und kann bei einer grösseren Vorsorgelücke deutlich höher als bei der Säule 3a ausfallen.

 

Welche Reihenfolge eignet sich für die Planung eines Einkaufs?

Eine sinnvolle Einkaufsplanung beginnt mit der persönlichen Vorsorgesituation. Besonders bei höheren Einkommen lohnt sich eine mehrjährige Betrachtung:

1. Einkaufspotenzial ermitteln 
Die Pensionskasse stellt eine aktuelle Berechnung bereit.

2. WEF-Vorbezüge prüfen 

Noch offene Vorbezüge können freiwillige Einkäufe blockieren.

3. Einkommensentwicklung einschätzen 

Einkommensstarke Jahre eignen sich besonders gut für Einkäufe.

4. Künftige Kapitalbezüge einplanen 
Zwischen Einkauf und geplantem Kapitalbezug muss die Dreijahresfrist berücksichtigt sein.

5. Liquiditätsreserve erhalten 
Das eingezahlte Kapital steht nicht mehr frei für Praxisinvestitionen oder private Ausgaben zur Verfügung.

6. Pensionskasse beurteilen 
Verzinsung und reglementarische Leistungen beeinflussen den langfristigen Nutzen des Einkaufs.

7. Gesamtbetrag bei Bedarf auf Steuerjahre verteilen
Bei grösseren Lücken kann eine Staffelung die Steuerprogression und damit die Steuerbelastung über mehrere Jahre reduzieren.
 
 

Was bedeutet das für Ärztinnen und Ärzte mit eigener Praxis?

Für Praxisinhaberinnen und Praxisinhaber ist die Einkommensentwicklung häufig weniger gleichmässig als bei einem klassischen Angestelltenverhältnis. Ein sehr gutes Praxisjahr kann deshalb ein geeigneter Zeitpunkt sein, um einen Teil einer vorhandenen Vorsorgelücke zu schliessen.

Auch die Rechtsform spielt eine Rolle. So hat etwa ein selbständigerwerbender Arzt mit Einzelfirma eine andere vorsorgerechtliche Ausgangslage als eine Ärztin, die über eine eigene AG oder GmbH angestellt ist. Bei Selbständigerwerbenden setzt ein Einkauf zunächst einen Anschluss an eine Einrichtung der beruflichen Vorsorge voraus.

Die Kombination aus passendem Vorsorgeplan, versichertem Einkommen und Einkaufsmöglichkeiten verdient deshalb besondere Aufmerksamkeit. Eine auf medizinische Praxen ausgerichtete Pensionskasse wie Medpension kann das persönliche Einkaufspotenzial berechnen und die vorsorgerechtlichen Voraussetzungen erläutern. Informationen zum Ablauf finden sich auf der Seite Einkauf in die Pensionskasse.

Für eine vertiefte Vorbereitung haben wir zudem einen Leitfaden zum Einkauf in die Pensionskasse bereitgestellt. Er behandelt unter anderem Beitragslücken, Einkaufspotenzial, Sonderfälle, steuerliche Aspekte und die Berechnung der maximal möglichen Einkaufssumme.

 
 
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Themen: Einkauf